Die Frage kommt früh: Wie soll unsere Zeremonie aussehen? Für viele Paare ist das die persönlichste Entscheidung der ganzen Hochzeitsplanung. Im Kanton Zürich habt ihr drei Richtungen: die reformierte Kirche, die katholische Kirche oder eine freie Trauung ohne religiösen Rahmen. Alle drei haben ihre eigenen Voraussetzungen, Kosten und Spielräume.
Eines gilt für alle drei: Die zivile Trauung beim Zivilstandsamt ist immer Pflicht. Sie muss zuerst stattfinden, da Kirchliche und freie Zeremonien in der Schweiz keine rechtliche Wirkung haben. Mehr über die zivile Trauung erfährst du unserem Artikel Standesamt Schweiz: Ablauf, Fristen und was viele Paare zu spät wissen.
Die reformierte Trauung im Kanton Zürich
Wer darf reformiert heiraten?
Die Voraussetzungen für eine reformierte Trauung sind vergleichsweise offen. Mindestens einer der beiden Partner muss Mitglied der Evangelisch-reformierten Landeskirche sein. Der andere Partner muss nicht zwingend reformiert sein. Auch konfessionslose oder andersgläubige Personen können mit einem reformierten Partner kirchlich heiraten.
Geschiedene Personen können in der reformierten Kirche grundsätzlich erneut kirchlich heiraten, die Entscheidung liegt im Ermessen der Pfarrperson. Gleichgeschlechtliche Paare können in der reformierten Kirche im Kanton Zürich seit 2022 ebenfalls getraut werden, seit die «Ehe für alle» in Kraft getreten ist.
Was kostet eine reformierte Trauung?
Für reformierte Mitglieder der Kirchgemeinde steht die Kirche am Wohnort kostenlos zur Verfügung. Das gilt für jede reformierte Kirche im Kanton Zürich sofern mindestens ein Partner der entsprechenden Kirchgemeinde angehört.
Ausgenommen von der Kostenfreiheit sind: ein externer Organist, Blumenschmuck, und allfällige Kosten für besondere Musiker. Diese trägt das Paar selbst.
Wünscht ihr euch eine Kirche ausserhalb eurer Wohngemeinde, zum Beispiel eine der schönen historischen Zürcher Stadtkirchen, setzt ihr euch frühzeitig mit dem jeweiligen Pfarramt in Verbindung. Auswärtige Paare können die Kirche in vielen Fällen gegen eine Mietgebühr nutzen und eine eigene Pfarrperson mitbringen.
Wie läuft die Planung ab?
Meldet euch so früh wie möglich beim Pfarramt eurer Kirchgemeinde oder der Wunschkirche. Beliebte Kirchen in der Stadt Zürich sind oft ein Jahr im Voraus ausgebucht.
Anschliessend folgt ein Traugespräch mit der Pfarrperson. Das ist ein persönliches Gespräch, in dem eure Wünsche für die Zeremonie besprochen werden: Bibeltexte, Fürbitten, Musik, Ringtausch und Ablauf. Die reformierte Trauung beinhaltet nach kirchlicher Ordnung eine seelsorgerliche Ansprache an das Paar, das Eheversprechen und die Segnung.
Der Gestaltungsspielraum ist in der reformierten Kirche vergleichsweise gross. Ob Livemusik, ein bestimmtes Lied oder persönliche Texte, vieles ist möglich, solange die Pfarrperson einverstanden ist.
Kann die Zeremonie auch ausserhalb der Kirche stattfinden?
Die reformierte Kirche erlaubt Trauungen grundsätzlich auch ausserhalb eines Kirchengebäudes – im Park, am See oder an einem anderen für das Paar bedeutsamen Ort – wenn die Pfarrperson zustimmt und der Rahmen dem Anlass angemessen ist. Das ist aber keine Selbstverständlichkeit, sondern liegt im Ermessen der zuständigen Pfarrperson. Besprecht das frühzeitig.

Die katholische Trauung im Kanton Zürich
Wer darf katholisch heiraten?
Für eine Trauung in einer katholischen Kirche muss mindestens einer der beiden Partner der katholischen Kirche angehören. Die Kirche versteht die Ehe als Sakrament, also als unauflöslichen Bund fürs Leben. Ist nur einer der Partner katholisch und der andere einer anderen Konfession angehörig, spricht man von einer konfessionsverbindenden Ehe. Diese ist in der Schweiz heute für fast die Hälfte aller Paare Realität. Vor der Trauung ist dafür die Zustimmung der Kirche einzuholen. Ist einer der Partner keiner Konfession angehörig oder einer anderen Religion, ist eine Kirchenheirat grundsätzlich möglich, erfordert aber ebenfalls eine Dispens und ein Gespräch mit dem Pfarramt.
Wichtig: Die katholische Kirche kennt keine Trauung für gleichgeschlechtliche Paare. Jeder Mensch kann unabhängig von seiner Lebensform einen kirchlichen Segen empfangen, eine Trauung im Sakramentsverständnis bleibt der Ehe von Mann und Frau vorbehalten.
Geschiedene Personen können nach einer Scheidung grundsätzlich nicht erneut katholisch heiraten, da die Ehe nach katholischem Verständnis unauflöslich ist. Es gibt jedoch in bestimmten Fällen die Möglichkeit einer kirchlichen Ehenichtigkeitserklärung. Das ist allerdings ein eigenes, aufwendiges Verfahren.
Was kostet eine katholische Trauung?
Die Kirche am Wohnort steht Pfarreimitgliedern kostenlos zur Verfügung. Wünscht ihr euch eine andere Kirche, fallen in der Regel Spesen an: Sigristendienst, Organist und Blumenschmuck. Diese Kosten variieren je nach Kirchgemeinde.
Wie läuft die Planung ab?
Nehmt frühzeitig Kontakt mit dem Pfarramt eures Wohnorts auf. Die katolische Kirche legt grossen Wert auf eine sorgfältige Ehevorbereitug. In Zürich wird dafür unter anderem ein Eheseminarkurs angeboten, das ist ein Vorbereitungskurs für Paare, der empfohlen wird und in bestimmten Fällen erwartet wird.
Es gilt: Bei der Trauung muss zwingend ein katholisch anerkannter Priester oder Diakon anwesend sein. Das Brautpaar spende sich selbst das Sakrament, der Geistliche bezeugt es.
Wo findet die Trauung statt?
Katholische Trauungen finden in der Regel in einem geweihten Raum einer Kirche oder Kapelle statt. Trauungen im Freien oder an anderen Orten sind nur in begründeten Ausnahmefällen und mit bischöflicher Genehmigung möglich.

Die freie Trauung
Was ist eine freie Trauung?
Eine freie Trauung, auch symbolische Trauung oder Zeremonie genannt, ist eine individuell gestaltete Hochzeitszeremonie ohne religiösen oder institutionellen Rahmen. Sie wird von einem freien Trauredner geleitet und findet nach der Ziviltrauung statt. Rechtliche Wirkung hat sie keine, das Ja-Wort beim Zivilstandsamt bleibt die einzige rechtsgültige Eheschliessung. Die freie Trauung ist der emotionale und persönliche Rahmen darum.
Wer darf eine freie Trauung feiern?
Jedes Paar. Die freie Trauung hat keine Voraussetzungen bezüglich Konfession, Vorehen oder Familienstand. Auch gleichgeschlechtliche Paare, geschiedene Personen und interreligiöse Paare können eine freie Zeremonie feiern. Die Bezeichnung «Trauredner» ist in der Schweiz keine geschützte Berufsbezeichnung. Grundsätzlich kann jede Person diesen Service anbieten. Bei der Suche lohnt es sich, auf Erfahrung, Referenzen und ein persönliches Erstgespräch zu achten.
Wo findet die freie Trauung statt?
Überall 🙂 Am Zürichsee, in einem Weinberg, in einer Scheune, auf einem Berggipfel oder in der Hochzeitslocation direkt vor dem Dinner. Die freie Trauung ist ortsunabhängig, das ist einer ihrer grössten Vorteile. Manche reformierte Kirchgemeinden stellen ihre Kirchen auch für freie Trauungen zur Verfügung. Fragt bei Interesse direkt beim Pfarramt nach.
Was kostet eine freie Trauung?
Das Honorar für einen professionellen Trauredner in der Schweiz liegt typischerweise zwischen CHF 1’500 und CHF 2’800. Im Preis enthalten sind in der Regel: ein oder mehrere ausführliche Vorgespräche, die individuelle Ausarbeitung der Zeremonie und Rede, die Durchführung am Hochzeitstag sowie die Anreise. Einige Trauredner bringen eine eigene Soundanlage mit, fragt das beim Erstgespräch ab. Hinzu können Kosten für Location, Mobiliar, Dekoration und Technik kommen, das liegt dann in der Verantwortung des Paares.
Wie läuft die Planung ab?
Gute Trauredner in der Region Zürich sind wie Fotografen früh ausgebucht. Plant die Buchung mindestens sechs bis zwölf Monate im Voraus. Die meisten Trauredner bieten ein kostenloses Kennenlerngespräch an. Das ist der wichtigste Schritt, da die Chemie stimmen muss. In der Vorbereitungsphase sprecht ihr ausführlich über eure Geschichte als Paar, eure Wünsche für die Zeremonie und den geplanten Ablauf. Eine professionell vorbereitete freie Trauung dauert in der Vorbereitung 20 bis 35 Stunden.

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